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Definition

Ein Teufelspakt ist ein mythologisches Handelsbündnis zwischen einem Teufel und einem Menschen. Dabei wird dem Teufel eine menschliche Seele gegen Reichtum, Macht, Talent, magische Kräfte oder ähnliche Gaben im Diesseits versprochen. Der Teufel verpflichtet sich also im Diesseits zu absolutem Dienst. Dies beinhaltet für den Menschen dafür im Jensseits - also nach dem Ableben - für dieses zu arbeiten. Ein derartiger Pakt ist Gegenstand vieler volkstümlicher Sagen und Legenden. [...] Das Bündnis mit dem Teufel kann sowohl ausführlich mit allen Feierlichkeiten oder auch nur durch eine einfache Abmachung geschlossen werden.
Bei einem Pakt handelt es sich um eine Bindung für lange Zeit - traditionell 24 Jahre. [...] Im traditionellen Teufelspakt muss der Mensch der Religion abschwören, den Glauben verfluchen und sich Bekehrungsversuche widersetzen. Im übertragenen Sinne wird auch von einem Teufelspakt gesprochen, wenn ein Mensch zur Erreichung eines Ziels auf Bündnisse mit Menschen oder Mächten eingeht, die seinem Ziel und seinen Idealen eigentlich entgegenstehen. ¹

Der Pakt/Vertrag zwischen Faust und Mephisto

1. Vorschlag von Mephisto – Teufelspakt/Vertrag (vgl. V. 1646-1659)

  • Mephisto möchte Faust zum Versprechen drängen, dass dieser nach dem Tod seine Seele an ihn überlässt

2. Einwand Fausts (vgl. V. 1660-1666)

  • Faust wird zunächst misstrauisch gegenüber Mephisto und geht erstmal nicht auf den Pakt ein
  • Faust stimmt dem Pakt allerdings im Nachhinein ein

3. Vorschlag Faust – Binnenwette/Wette (vgl. V. 1692-1706)

  • Parallele zu Wette mit Herrn im “Prolog im Himmel”
  • Mephisto nimmt die Wette an

Karl Eibl - "Zur Wette im « Faust » "

  • Wette zwischen Gott und Mephisto ist Kern des Dramas, die restliche Handlung entwickelt sich erst daraus
  • Rahmenwette stellt die Theodizee Frage und Faust fungiert hierbei als Prüfstein
  • Binnenwette: wenn Faust seine Zufriedenheit erreicht hat, ist dieser bereit glücklich zu sterben
  • Die Rahmenwette wird von Gott initiiert
  • die Abmachung zwischen Faust und Mephisto ist eine Wette und kein Pakt (Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass Faust dem Teufel nicht veräfllt – zumal Faust derjenige ist, der über den Ausgang der Wette entscheidet
  • Eibl prognostiziert, dass Faust niemals Zufriedenheit erlangen wird, weshalb die Wette nicht ernst zu nehmen ist
  • ABER: Die Binnenwette stellt die relevante Frage, ob der “schöne Augenblick” erreicht werden könne, wonach sich die Frage nach der Theodizee stellt
  • Schlussfrage: Ist diese Welt die beste aller möglichen Welten?

Kurzüberblick

➤ Verlauf des “Teufelspakts” zwischen Faust und Mephisto

      • Vorschlag Mephisto:  Mephisto möchte Faust zum Versprechen drängen
      • Einwand Fausts: Faust wird misstrauisch, nimmt Pakt trotzdem an
      • Vorschlag Faust: Parallele zu Wette mit Herrn, Mephisto nimmt Fausts Wette an

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