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Zusammensetzung der EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) besteht aus insgesamt vier Beschlussorganen: Den EZB-Rat, das Direktorium, der Erweiterte Rat sowie das Aufsichtsgremium. Der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank befindet sich dabei in Frankfurt am Main und es arbeiten mehr als 2.500 Mitarbeiter aus ganz Europa bei der Europäischen Zentralbank.

EZB-Rat:

Der EZB-Rat besteht aus 6 Mitgliedern des Direktoriums sowie aus den Präsidenten der nationalen Zentralbanken der 19 Mitgliedsstaaten des Euroraums. Es fungiert dabei als höchstes Beschlussorgan der EZB.

Der EZB-Rat hat dabei folgende Aufgaben:

      • Erlassen der Leitlinien und Beschlüsse, welche zur Erfüllung der Aufgaben notwendig sind (Garantie der Preisstabilität und der Kaufkraft)
      • Festlegung der Geldpolitik des Euroraums (Leitzinssätze, Bereitstellung von Zentralbankgeld)

Der EZB-Rat tagt dabei 2x im Monat, nämliche in der Regel alle 14 Tage. Die Beschlussfassung erfolgt dabei in einfacher Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder.

Direktorium:

Das Direktorium besteht aus dem Präsidenten der EZB, dem Vizepräsidenten sowie 4 weiteren Mitgliedern. Alle Mitglieder werden vom Europäischen Rat mit qualifizierter Mehrheit gewählt.

Zu den Hauptaufgaben gehören:

      • Vorbereitung der Sitzungen des EZB-Rates
      • Durchführung der Geldpolitik des Euroraums, gemäß den Leitlinien und Entscheidungen des EZB-Rates. Hierzu erteilt das Direktorium den nationalen Zentralbanken des Euroraums die notwendigen Weisungen
      • Führung der laufenden Geschäfte der EZB

Erweiterter Rat:

Der Erweiterte Rat besteht aus dem Präsident der EZB, dem Vizepräsident sowie den Präsidenten der nationalen Zentralbanken aller Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, auch derjenigen, die nicht Teil des Euroraums sind.

Zu den zentralen Aufgaben gehören:

      • Beratungsfunktion der EZB
      • Statistische Daten erheben
      • Jahresbericht erstellen
      • Festlegung der Beschäftigungsbedingungen der EZB-Mitarbeiter

Der Erweiterte Rat wird aufgelöst, wenn alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union den Euro als Währung eingeführt haben.

Die ESZB und die Aufgaben der EZB

Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) umfasst die Europäische Zentralbank und die nationalen Zentralbanken der Mitgliedsstaaten der EU, unabhängig davon, ob diese dem Euroraum angehören oder nicht.

Seit dem 1. Januar 1999 ist die Europäische Zentralbank (EZB) für die Durchführung der Geldpolitik im Euro-Währungsraum zuständig. Dieser Währungsraum entstand, als 1999 elf Mitgliedsstaaten der EU ihre nationale Geldpolitik auf die EZB übertragen haben.
Die Europäische Zentralbank soll demnach im Euroraum die Preisstabilität gewährleisten. Dabei ist sie bei ihren Entscheidungen von politischen Weisungen unabhängig.

Die Geldpolitik der EZB und ihre Instrumente

Geldmengendefinition

Die Geldmenge und die Gütermenge müssen in der Volkswirtschaft im festen Verhältnis stehen, denn eine zu hohe Geldmenge kann zur Inflation führen, eine Unterversorgung kann zur Deflation führen.

Es gibt derzeit drei Geldmengendefinitionen nach der Europischen Zentralbank (vgl. Abb. 1):

Die Geldmengendefinition der EZB im Überblick.
Abb. 1: Die Geldmengendefinitionen der EZB.
Quelle: Vgl. ¹

M1:

Bargeldumlauf bei Nichtbanken und Sichteinlagen

M2:

Umfasst die Geldmenge von M1 und zusätzlich Termineinlagen mit einer Laufzeit bis zu 2 Jahren und Spareinlagen mit einer Kündigungsfrist bis zu 3 Monaten

M3:

Setzt sich zusammen aus M2 und Geltmarktpapiere (Geldmarktfondsanteile) und Schuldverschreibungen mit einer kurzen Laufzeit bis zu 2 Jahre

Die zwei-Säulen-Strategie der EZB

Dir Analyse von Indikatoren, die auf Risiken für die Preisstabilität hinweisen, werden durch den Europäischen Zentralbank-Rat analysiert. Der Analyse liegen dabei zwei ergänzende Ansätze zugrunde, was auch als “Zwei-Säulen-Strategie” des Euroraums bezeichnet wird (vgl. Abb. 2):

Die Zwei-Säulen-Strategie der EZB.
Abb. 2: Die "Zwei-Säulen-Strategie"

1. Wirtschaftliche Analyse:

Es wird eine Analyse von gesamtwirtschaftlichen und finanziellen Indikatoren zur Ermittlung kurz- und mittelfristiger Risken für die Preisstabilität durchgeführt.

2. Monetäre Analyse:

Es wird eine Bewertung und Überprüfung der kurz- und mittelfristigen Anzeichen anhand mehrerer Indikatoren. Der monetäre Ansatz ist hierbei bezogen auf Geldmenge und Preisstabilität.

Leitzins

Beim europäischen Leitzins handelt es sich um Fazilitäten.
Faszilitäten bezeichnen dabei den Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank refinanzieren.

Die geldpolitischen Instrumente

Der Europäische Zentralbank-Rat entscheidet über den Kurs der Geldpolitik, die nationalen Zentralbanken müssen diesen Geldpolitikkurs umsetzen.

Für den Rat gibt es dabei drei geldpolitische Instrumente:

1. Offentmarktgeschäfte:

Die Europäische Zentralbank verkauft Wertpapiere an Geschäftsbanken, wodurch die Geldmenge sinkt, da Geld aus dem Geldkreislauf genommen wird.
Kauft die Europäische Zentralbank allerdings Wertpapiere von den Banken, so steigt die Geldmange, da Geld dem Geldkreislauf zugeführt wird.

2. Ständige Fazilitäten:

Geschäftsbanken können ihr Konto gegen Sollzinsen überziehen (Spitzenfinanzierungsfazilität), wodurch die Geldmenge steigt.
Geschäftsbanken können auf ihrem Konto verzinste Guthaben bilden (Einlagefazilität), dadurch sinkt die Geldmenge.

3. Mindestreservepflicht:

Geschäftsbanken müssen Einlagen (Mindestreserven) bei der Europäischen Zentralbank halten, welche dann mit dem Leitzins verzinst werden. Durch eine Erhöung der Mindestreserven kann die Europäische Zentralbank die Geldmengen steuern.

      • Niedrigere Mindestreserven führen zu einer steigenden Geldmenge. Den Banken steht zudem mehr Geld zur Vergabe von Krediten zur Verfügung
      • Hohe Mindestreserven führen zu einer sinkenden Geldmenge

Kurzüberblick

➤ Die Europäische Zentralbank (EZB) besteht aus vier Beschlussorganen.

      • Der EZB-Rat ist dabei das höchste Beschlussorgan und legt zum Beispiel die Geldpolitik im Euroraum fest
      • Das Direktorium bereitet die Sitzungen des Rates vor
      • Der erweiterte Rat erstellt den Jahresbericht, erhebt Statistiken und wird aufgelöst, wenn alle Mitgliedsstaaten den Euro als Währung eingeführt haben

➤ Die EZB ist Teil der EZSB (Europäisches System der Zentralbanken)

      • Seit 1. Januar 1999: Zuständig für Durchführung der Geldpolitik
      • Gewährleistung der Preisstabilität

➤ Die Geldpolitik und die Instrumente der EZB

      • Geldmengendefinition: Geldmenge und Gütermenge müssen in festem Verhätlnis stehen. Die Geldmenge darf dabei weder zu hoch (Inflationsrisiko) noch zu niedrig (Deflationsrisiko) sein
      • Zwei-Säulen-Strategie: Analyse von Indikatoeen durch zwei Ansätze: Wirtschaftliche Analyse und monetäre Analyse
      • Geldpolitische Instrumente:
        Offenmarktgeschäfte (Verkaufen/Kaufen von Wertpapieren, um Geldmenge zu regulieren)
        Ständige Fazilitäten (Geschäftsbanken überziehen Konto oder bilden Guthaben)
        Mindestreservepflicht (Geschäftsbanken müssen Einlagen, sog. Mindestreserven, bei EZB halten, welche verzinst werden)

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