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Literaturepochen

Mithilfe von Literaturepochen kann man bestimmte Abschnitte innerhalb der Literatur charakterisieren. Literaturepochen bestimmen dabei maßgeblich den Ausdruck und den Stil der jeweiligen Autoren.

Im Folgenden listen wir nur eine Auswahl der wichtigsten Literaturepochen auf. Dabei gibt es weitaus mehr, da man einzelnde Epochen noch weiter untergliedern kann.

Literaturepochen im Überblick

Die Literaturepochen der deutschen Literatur im Übeblick.
Abb. 1: Visualisierung des B-Feldes um einen Stabmagneten.
Quelle: Vgl. ¹

Literaturepochen bis zur Moderne (~ 600-1890)

Mittelalter (600-1500):

  • Lieder und Gesänge werden zum Geschichten erzählen genutzt und so von Stadt zu Stadt getragen
  • Geringes Interesse an Literatur, da kaum einer das Lesen beherschte
  • Katholische Kirche bestimmt Weltbild
  • Autoren: Walther von der Vogelweise, mit über 200 Liedern

Humanismus (1500-1600):

  • Neues Weltbild durch Astronomie
  • Reformation durch Martin Luther (Übersetzung der Bibel)
  • Autoren: Erasmus von Rotterdam

Barock (1600-1720):

  • Dreißigjähriger Krieg und Absolutismus als prägnante Ereignisse
  • Hauptmotive: Carpe Diem (Nutze den Tag), Memento Mori (Bedenke, dass du sterben musst) und Vanitas (Vergänglichkeit)
  • Insbesondere Sonettform
  • Widerspruch zwischen Schönheit und Krieg/Tod/Vergänglichkeit
  • Autoren: Andreas Gryphius, Martin Opitz

Aufklärung (1720-1800):

  • Ende des Absolutimus
  • Unabhängigkeitserklärung USA (1776) und französische Revolution (1789)
  • Kritik an Staat und Religion (Kirche verliert Einfluss)
  • Individualismus
  • Autoren: Immanuel Kant mit seinem Essay “Was ist Aufklärung?” (1784)

Sturm und Drang (1770-1785):

  • Im Mittelpunkt: Genie “Geniezeit
  • Ablehnung von Traditionen, Autoritäten und Normen
  • Motive: Natur, Individualismus, Emotionen
  • Autoren: Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller

Weimarer Klassik (1786-1805):

  • Herrschaft Napoleons und seine Niederlage
  • Humanismus/Toleranz
  • Freiheit von Gewalt
  • Lyrik und Epik zunehmende Literaturgattungen
  • Autoren: “Weimarer Viergestirn“: Martin Wieland, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Johann Gottfried Herder

Romantik (1795-1840):

  • Gegenbewegung Weimarer Klassik
  • Motive: Sehnsucht, Traum/Realität, Emotionen
  • Stilistische Anwendung von Personifikationen und Metaphern
  • Autoren: Gebrüder Grimm, Joseph Freiherr von Eichendorff

Biedermeier (1815-1848):

  • Wiener Kongress (1815), Karlsbader Beschlüsse (1819)
  • Rückzug ins Private, dadurch oft alltägliche Handlungen
  • Religion
  • Motive: Normalität, Heimat, Idylle
  • Autoren: Eduard Mörike und Annette von Droste-Hülshoff

Vormärz(1830-1848):

  • Demokratie und Menschenrechte (Politik)
  • Kein Absolutismus
  • Kritik an Industrialisierung (Massenarmut, Ausbeutung
  • Stilgattungen v.a. Parodien und Dramen
  • Autoren: Heinrich Heine, Heinrich Laube

Realismus (1850-1890):

  • Industrialsiierung, Deutsche Revolution (1848), Reichsgründung (1871) sowie Kaiserzeit
  • Darstellung von Wirklichkeit (dadurch keine Euphemismen/Metaphern)
  • Stil häufig detailreich, distanziert sowie auktorial
  • Gattungen waren häufig Balladen oder Novellen
  • Autoren: Theodor Fontane, Gustav Freytag

Literaturepochen ab der Moderne (~ Ab 1875)

Naturalismus (1875-1900):

  • technische Fortschritte (Naturwissenschaften)
  • realitätsnahe Darstellung der Welt
  • Humanität/Toleranz
  • Prosa und Lyrik
  • Autoren: Gerhart Hauptmann, Bruno Wille

Expressionismus (1910-1925):

  • Erster Weltkrieg (1914-1918)
  • Industrialisierungsfolgen
  • Großstädte als Mittelpunkt
  • Motive: Ich-Zerfall, Krieg, Tod, Zerstörung
  • Stilmittel: Metapher, Symbole, Hyperbel, Neologismus
  • Autoren: Franz Kafka, Heinrich Mann

Literatur in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945):

  • Machtergreifung Hitlers (1933)
  • Nürnberger Rassengesetze (1935)
  • Zweiter Weltkrieg (1939-1945)
  • Holocaust
  • Aufklärung über Nationalsozialsmus und Widerstand
  • Autoren: Thomas Mann, Bertolt Brecht

Trümmerliteratur (1945-1960):

  • Bedingungslose Kapitualtion Deutschland (1945)
  • Entnazifizierung und Demokratisierung
  • Im Westen von Deutschland wurde Nationalsozialismus verdrängt
  • Autoren: Erich Kästner, Wolfgang Borchert

Gegenwartsliteratur (seit 1980):

  • Mauerfall (1989)
  • Ende des Kalten Krieges
  • Identitätsverlust
  • Digitalisierung (Medien/Technik im Mittelpunkt)
  • Autoren: Patrick Süskind

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