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Was sind Unternehmen und Betriebe?

Unternehmen produzieren zunächst Güter und Dienstleistungen für den Fremdenbedarf. Sie wirtschaften selbstständig und möchten durch ihre Produktion Gewinne erzielen. Unternehmen sind darüber hinaus in den Wirtschaftskreislauf und in viele verschiedene Märkte eingebunden und tragen so zur Güterversorgung, zur Einkommensentstehung und zur Bereitstellung von Arbeitsplätzen bei.

Unternehmen sind zudem komplexe, ökonomische Systeme, die in Konkurrenz mit anderen handelnden Unternehmen stehen. Zudem sind Unternehmen soziale Systeme, in denen Menschen mit unterschiedlichen Interessen agieren, welche miteinander in Einklang zu bringen sind. Unternehmen müssen dabei zur vollen Entfaltung ihrer Möglichkeiten die Bedürfnisse, Interessen und Ideen ihrer Beschäftigten berücksichtigen.

Unterschied zwischen Unternehmen und Betriebe

Unternehmen sind die kleinste rechtliche Einheit, die aus handels- und steuerrechtlichten Gründen Bücher führen und einen Jahresabschluss aufstellen müssen. Diese können somit aus einem oder mehreren Betrieben bestehen.
Betriebe gelten dabei als örtlich begrenzte Einheiten.

Die Unternehmensformen

Die Rechtsform definiert die juristischen Rahmenbedingungen eines Unternehmens. Die Wahl der Rechtsform sollte man dabei mit Bedacht wählen, denn sie legt auch fest, wer im Falle von Misserfolgen haftet, wie die Gewinne verteilt werden und wer das Unternehmen leitet.

Man differenziert zum Beispiel zwischen folgenden Unternehmensformen:

      • Einzelunternehmen
      • Personengesellschaften (Offene Handelsgesellschaften [OHG], Kommanditgesellschaft [KG])
      • Kapitalgesellschaften (Gesellschaft mit beschränkter Haftung [GmbH] und Aktiengesellschaft [AG])

 

Unternehmen und Betriebe: Unternehmensformen.
Abb. 1: Die Unternehmensformen im Überblick.

Hauptfunktionen und Prozesse in Unternehmen

Geschäftsleitung

      • Leitung des Unternehmens
      • Gibt Gesamtplanung vor
      • Legt Organisationsstruktur fest
      • Festlegung von Unternehmenszielen und -politik
      • Koordination von betrieblichen Teilbereichen
      • Besetzung oberster Führungsstellen

Je nach Größe und Rechtsform eines Unternehmens ist ein Unternehmen auch mit einer persönlichen Führung ausgestattet. In Aktiengesellschaften ist ein kompletter Vorstand für die Unternehmensführung verantwortlich, welcher sich in einzelne Teilbereiche wie Marketing, Personal etc. gliedert.

In klein- und mittelständischen Unternehmen wird die Unternehmensführung meist nur von 1-3 Personen übernommen. Die Aufgaben des Führungspersonals sind aber allgemein die gleichen: strategische Unternehmensplanung (Analyse von Konkurrenz und dem Markt).

In der Regel zielt die Unternehmensführung eine Gewinnmaximierung an. In den letzten Jahren sind auch Aspekte wie Umweltfreundlichkeit und arbeitnehmerorientiertes Wirtschaften zunehmend in die Unternehmensagenda aufgenommen worden.

Entwurf, Konstruktion und Planung

Hier werden neue Produkte oder neue Unternehmensstrukturen entworfen ggf. auch neue Produktionsmethoden.

Lagerung

Die Zielsetzung der Lagerhaltung ist

      • Lieferbereitschaft gewährleisten
      • Lagerkostenminimierung
      • Transportkosten und -zeiten minimieren
      • geringe Stillstandszeiten

Fertigung

Die Fertigung wird häufig in die Vorfertigung und in die Montage gegliedert.

Absatz/Marketing

Das Marketing umfasst alle Tätigkeiten und Maßnahmen, die den Verkauf der betrieblichen Leistungen betreffen.

Verwaltung

Ein Unternehmen und ein Betrieb muss selbstverständlich auch verwaltet werden, so zum Beispiel durch Bürokräfte, die Kundenfragen/-anregungen (Empfang) oder durch Archivarbeiter.

Beschaffung

Ressourcen, die zur Produktion notwendig sind, müssen natürlich frühzeitig bereitgestellt werden.

Finanzierung

Finanzmitarbeiter haben immer einen Überblick über die Finanzen des Unternehmens. Sind die Verluste zu hoch, so müssen ggf. Rationalisierungsmaßnahmen eingeleitet werden.

 

Ein Unternehmen gliedert sich in diverse Abteilungen, welche aber nicht gegeneinander arbeiten, sondern zusammenwirken. Jeder Bereich ist demnach auf seinem Themengebiet spezialisiert und trägt so zum Unternehmen bei.

Der Shareholder-Ansatz

Der Shareholder-Ansatz (“Sharehold” -> “Anteilseigner”) ist ein Ansatz, der darauf ausgerichtet ist, die Wünsche und Vorstellungen der eigenen Anteilseigner (Aktionäre) zu erfüllen.

Vorrangiges Ziel der Unternehmensführung ist eine Steigerung des Aktienkurses in Verbindung mit einer Erhöhung des Umsatzes und des Gewinnes.

Die Interessen anderer Personen oder Interessengemeinschaften (zum Beispiel der Arbeiter) werden zwar im Rahmen des Möglichen wahrgenommen, werden jedoch nur bedingt berücksichtigt, wenn sich diese positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken.

Für die Anteilseigner stehen dabei die Auszahlungen von Dividenden (Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschüttet) im Fokus.

Der Shareholder-Ansatz wird häufig kritisiert, weil kurzfristiges Denken nachweislich der langfristigen Entwicklung der Betriebe und der Wirtschaft schadet.

Der Stakeholder-Ansatz

Beim Stakeholder-Ansatz sollen alle Ansprüche aller Interessensgruppen bestmöglich erfüllt werden. Zu den Interessensgruppen gehören nicht nur Anteilseigner, sondern alle, die direkt und indirekt von den Unternehmensaktivitäten betroffen sind, zum Beispiel auch Arbeitnehmer.

Ein Unternehmen muss die Interessen jeglicher Stakeholder berücksichtigen und einen gemeinsamen Kompromiss zur Zufriedenheit aller finden. Unternehmen die dabei mit vielen verschiedenen Interessen konfrontiert sind, können nur dann langfristig bestehen, wenn die jeweiligen Ziele im Einklang mit denen der Interessensgemeinschaft stehen.

In den Unternehmen, die den Stakeholder-Ansatz verfolgen, herrscht dabei häufig ein gutes Betriebsklima. Die Beschäftigten identifizieren sich häufig mit ihrem Betrieb.

Das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR)

Der Begriff heißt übersetzt “unternehmerische Verantwortung für die Gesellschaft”, wobei damit alles gemeint ist, was eine Firma freiwillig für die Gesellschaft und die Umwelt tut, so zum Beispiel

      • faire Arbeitsbedingungen in Tochterbetrieben oder bei Zuliefererfirmen
      • Spenden für Umweltschutz, Schulen oder wohltätige Zwecke

In Deutschland gibt es sogar CSR-Manager, die das soziale Engagement ihrer Firma gestalten. CSR-Initiativen sollem so natürlich die Unternehmen bekannt machen und das Image verbessern.

Social Entrepreneurship

Der Begriff kann mit “soziales Unternehmertum” übersetzt werden und bezieht sich auf unternehmerisches Handeln, das dem Wohle der Gesellschaft und der Beseitigung von sozialen Misständen dient. Hier geht es nicht mehr um ökonomischen, sondern rein um gesellschaftlichen Nutzen.

Ein Unternehmen, dass sich dem Social Entrepreneurship verschreibt zum Beispiel Langzeitarbeitslose beschäftigen, die auf dem normalen Arbeitsmarkt keine Arbeit gefunden haben.

Kurzüberblick

Unternehmen sind die kleinste rechtliche Einheit, sie kann aus mehren Betrieben bestehen

      •  produzieren Güter/Dienstleistungen für Fremdenbedarf
      • komplexe, ökonomische Systeme
      • Soziale Systeme, da viele Menschen mit unterschiedlichen Interessen dort agieren
  •  

➤ Rechtformen definieren die juristischen Rahmenbedingungen eines Unternehmens

      • Einzelunternehmen
      • Personengesellschaften
      • Kapitalgesellschaften

➤ Unternehmen gliedern sich in diverse Abteilungen, welche allesamt spezielle Aufgaben übernehmen und zusammenwirken

      • Geschäftsleitung: Leitung des Unternehmens, Koordination und Festlegung von diversen Grundsätzen
      • Entwurf, Konstruktion, Planung
      • Lagerung: Gewährleistung der Lieferbereitschaft und Lagerkostenminimierung
      • Fertigung: Vorfertigung und Montage
      • Absatz/Marketing: Verkauf der betrieblichen Leistungen
      • Verwaltung
      • Beschaffung
      • Finanzierung

➤ Shareholder-Ansatz

      • Wünsche der Anteilseigner (Aktionäre) erfüllen
      • Steigerung des Aktienkurses in Verbindung mit Umsatz-/Gewinnerhöhung

➤ Stakeholder-Ansatz

      • Ansprüche der Interessensgruppen (Aktionäre und Arbeitnehmer) sollen bestmöglich erfüllt werrden
      • Kompromissfindung notwendig
      • Häufig herrscht gutes Betriebslima

➤ Corporate Social Responsibility (CSR)

      • “Unternehmerische Verantwortung für die Gesellschaft”
      • Firma handelt freiwillig für Gesellschaft und Umwelt

➤ Social Entrepreneurship

      • “Soziales Unternehmertum”
      • Unternehmerisches Handeln, welches dem Wohl der Gesellschaft und der Beseitigung von sozialen Missständen dient
      • Nicht ökonomisches, sondern gesellschaftliches Nutzen

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